ADDA

Dies ist der eigentliche Messbereich von WinMF. Hier werden spezielle Messignale abgespielt, in ein beliebiges System eingespeist und eine Systemantwort aufgezeichnet.

ADDA steht für Analog->Digital und Digital->Analog Wandlung von Signalen. Das Messsignal liegt in digitaler Form auf dem Rechner vor und wird meist mit einem Frontend in den analogen Bereich transformiert. Dieses Analogsignal wird nun beispielsweise verstärkt, mit einem Lautsprecher abgespielt und mit einem Mikrofon aufgenommen, wieder verstärkt, im Frontend von analog nach digital gewandelt und aufgezeichnet. Auch rein elektrische Messungen, zum Beispiel von Filterschaltungen, sind möglich, genau wie Messungen von rein digitalen Signalwegen über die digitalen Ein- und Ausgänge, obwohl hier im eigentlichen Sinne keine AD- bzw. DA-Wandlung stattfindet.

Die allgemeinste Form einer Messung stellt die AD & DA Messung dar. Hier wird ein beliebiges Signal abgespielt und gleichzeitig die Systemantwort aufgezeichnet. Das Messresultat kann nun bearbeitet und ausgewertet werden.

Eine wichtige Gruppe von Messungen stellen die (nichtlinearen) Verzerrungsmessungen dar. Als Messsignale dienen Sinus- oder Multisinussignale. Die Messungen untersuchen, welche Frequenzanteile vom gemessenen System hinzugefügt werden, seien es harmonische Verzerrungen (Vielfache der Anregungsfrequenz), Intermodulationsverzerrungen (beispielsweise die Summe und die Differenz der Anregungsfrequenzen) oder auch Noise-Anteile. Zu diesen Messungen zählen Harmonic distortion, Harmonic distortion (f), Max.SPL und Multisine distortion.

Eine weitere große Gruppe von Messungen sind die Frequenzgangmessungen, bei denen breitbandige Signale, meist Sweeps, als Messsignal verwendet werden. Hier ist jeweils eine Referenzmessung erforderlich, da nicht das aufgezeichnete Signal selbst von Interesse ist, sondern die Änderung des Signals durch das Messobjekt, und hier sowohl der Zeitverlauf als auch die linearen Verzerrungen (Frequenzgang). Nach der Messung wird im Rahmen des Postprocessings das Resultat automatisch mit der Referenzmessung verglichen (durch Division durch die Referenz) und entsprechend dargestellt. Die einfachste Messung dieser Gruppe ist Frequency response, dann die um einige lautsprecher- und mikrofonspezifische Parameter erweiterte LS sensitivity sowie Polar response, also die Erweiterung auf viele Messungen in unterschiedlichen Richtungen zur Darstellung räumlicher Übertragungseigenschaften.

Die Impedance Messung ist den Frequenzgangmessungen ähnlich, wobei hier über einen Shunt-Widerstand das frequenzabhängige komplexe Verhältnis von Spannung und Strom am Messobjekt (z.B. passiver Lautsprecher) gemessen wird.